Tragus-Piercing: Ist es wirklich so schmerzhaft?
Das Tragus-Piercing – jenes kleine, dreieckige Knorpelstück, das den Eingang zum Gehörgang schützt – ist zu einem festen Bestandteil des „Ear Constellation“-Stils geworden. Dezent und raffiniert zugleich, besticht es durch seine Vielseitigkeit.
Die Nähe zum Gehörgang und die scheinbare Dicke des Gewebes geben jedoch oft Anlass zur Sorge: „Tut es dort mehr weh als anderswo?“ Lasst uns mit den Mythen aufräumen.
1. Tragusschmerzen: Die Realität hinter dem Mythos
Seien wir ehrlich: Schmerzen im Tragus sind oft weniger schmerzhaft, als man denkt. Auf einer Skala von 1 bis 10 liegen sie im Allgemeinen zwischen 3/10 und 4/10 .
Warum fühlt es sich schmerzhaft an?
Der empfundene Schmerz wirkt aus zwei Gründen eindrucksvoller als er tatsächlich ist:
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Der Druck: Der Tragusknorpel ist dicht. Sie werden etwa eine Sekunde lang einen starken Druck verspüren.
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Das Geräusch: Da sich das Piercing direkt neben dem Trommelfell befindet, kann beim Durchstechen der Nadel ein leises Knacken zu hören sein. Dabei bricht Ihr Ohr nicht; es ist lediglich das normale Geräusch, wenn die Nadel durch den Knorpel sticht, verstärkt durch die Nähe zum Gehörgang.
2. Heilung: Was Sie wissen müssen
Der Tragus ist ein geschützter Bereich, was ein großer Vorteil ist: Er verfängt sich seltener in Kleidung oder Haaren als die Helix.
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Heilungsdauer: Im Durchschnitt 6 bis 10 Monate bis zur vollständigen Heilung.
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Kritische Phase: Die ersten 4 Wochen sind entscheidend. In diesem Zeitraum treten Schwellungen am häufigsten auf.
3. Alltag: Die Herausforderung mit Kopfhörern
Das ist die Kehrseite von Tragus-Piercings. Wenn du nicht ohne Musik leben kannst, gelten folgende Regeln:
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Während des Heilungsprozesses: Es wird dringend davon abgeraten, in den ersten zwei Monaten In-Ear-Kopfhörer (wie z. B. AirPods) oder Ohrstöpsel zu tragen. Diese üben Druck auf den Schmuck aus und bringen Bakterien direkt in die Wunde.
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Nachher: Sobald Ihr Piercer den Schmuck gekürzt (verkleinert) hat, können Sie Ihre Kopfhörer wieder ohne Beschwerden tragen.
4. Pflegen Sie einen perfekten Tragus
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Physiologische Kochsalzlösung: Reinigen Sie die Vorder- UND Rückseite des Tragus (im Inneren der Ohrmuschel) zweimal täglich.
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Verwenden Sie keine Wattestäbchen: Sie hinterlassen Fasern, die sich um den Schmuck wickeln. Greifen Sie stattdessen zu sterilen Kompressen oder spülen Sie ihn einfach unter der Dusche mit warmem Wasser ab.
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Verpasse es nicht: Der Druck kann dazu führen, dass sich der Winkel des Piercings verändert und es asymmetrisch wird.
5. Welches Schmuckstück soll ich wählen?
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Der Piercingschmuck: Fast immer wird ein Labret-Piercing aus Titan mit flacher Rückseite verwendet. Die flache Rückseite verhindert, dass es den Gehörgang verstopft.
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Das zukünftige Schmuckstück: Nach der vollständigen Heilung haben Sie die Wahl zwischen winzigen, zarten Ringen, mit Edelsteinen besetzten Ohrsteckern oder sogar Hufeisen.
Zusammenfassend: Sollen wir den Schritt wagen?
Wenn du Angst vor Schmerzen hast, lass dich von einem Tragus-Piercing nicht abschrecken. Das Gefühl ist nur von kurzer Dauer, und das ästhetische Ergebnis zählt zu den harmonischsten Piercings für das Ohr. Es ist ein unkompliziertes Piercing für den Alltag, solange du ein paar Wochen lang auf Kopfhörer verzichtest.










