Ab welchem Alter darf man sich ein Piercing stechen lassen? Bestimmungen und Tipps
Oftmals kommt dieser Wunsch schon sehr früh auf: ein Kind, das sich seine ersten Ohrringe wünscht, oder ein Teenager, der von einem Septum- oder Helix-Piercing träumt. Doch Piercings sind keine Kleinigkeit. Sie beinhalten das Durchstechen der Haut und erfordern eine gewisse Reife für die richtige Nachsorge.
Gibt es also ein Mindestalter? Welche Regeln gelten in einem Piercingstudio? Hier findest du alles, was du über das ideale Alter für ein Piercing wissen musst.
1. Was das Gesetz (in Frankreich) besagt
Entgegen mancher Missverständnisse ist das französische Recht in diesem Bereich recht kurz gefasst, in Bezug auf Minderjährige jedoch sehr eindeutig.
-
Einwilligung der Eltern: Piercings bei Minderjährigen sind erlaubt, jedoch ist hierfür eine schriftliche Genehmigung des gesetzlichen Vertreters (Vater oder Mutter) zwingend erforderlich .
-
Anwesenheit eines Elternteils: Die meisten professionellen Studios verlangen die physische Anwesenheit eines Elternteils sowie die Vorlage von Ausweisen (des Elternteils und des Kindes), um das Familienverhältnis zu bestätigen.
-
Die Weigerung des Piercers: Ein professioneller Piercer hat immer das Recht, die Durchführung eines Piercings bei einem Minderjährigen abzulehnen, wenn er der Meinung ist, dass das Kind zu jung oder zu gestresst ist oder dass die Anfrage nicht angemessen ist.
2. Ohrlochstechen bei Kindern
Es gibt kein gesetzliches Mindestalter für das Stechen von Ohrläppchenpiercings. Die Vorgehensweisen von Juweliergeschäften und Piercingstudios unterscheiden sich jedoch stark.
-
Expertenmeinung: Viele Piercer lehnen es ab, Babys (vor dem zweiten oder dritten Lebensjahr) Ohrlöcher zu stechen. Warum? Weil das Ohr wächst und seine Form verändert. Ein Ohrloch, das mit sechs Monaten noch mittig sitzt, kann mit zehn Jahren schon schief sein.
-
Die Entscheidung des Kindes: Immer mehr Experten empfehlen, zu warten, bis das Kind selbst danach fragt und verstehen kann, dass es seinen Schmuck nicht mit schmutzigen Händen anfassen soll.
3. Altersempfehlung nach Piercingart (Gängige Praktiken)
Jedes Studio wendet seine eigenen Regeln an, die auf Erfahrung und Körpertyp basieren. Hier ist ein Durchschnittswert dessen, was in seriösen Salons praktiziert wird:
4. Warum wartet man bis zur Pubertät mit der Knorpelentwicklung?
Knorpel ist ein empfindliches Gewebe. Ein Helix- oder Industrial-Piercing bei einem 10-Jährigen ist riskant, weil:
-
Wachstum: Der Knorpel entwickelt sich weiter, was zu einer Wanderung des Schmucks führen kann.
-
Das Immunsystem: Die Knorpelheilung ist ein langwieriger Prozess (bis zu 1 Jahr). Sie erfordert eine Disziplin, die jüngere Menschen nicht immer aufbringen.
-
Das Risiko von Verletzungen durch Stöße: Auf Spielplätzen oder bei intensiven sportlichen Aktivitäten ist das Risiko von Rissen bei kleinen Kindern höher.
5. Wie bereiten Sie Ihren Teenager vor?
Wenn Ihr Teenager sich sein erstes „richtiges“ Piercing stechen lassen möchte, nutzen Sie die Gelegenheit, ihm Verantwortung beizubringen:
-
Prüfen Sie die Motivation: Handelt es sich um einen dauerhaften Wunsch oder nur um eine vorübergehende Modeerscheinung?
-
Die Pflegehinweise lauten: Die Reinigung Ihres Piercings zweimal täglich über 6 Monate hinweg ist eine echte Herausforderung.
-
Wählen Sie das Studio gemeinsam aus: Dies ist eine Gelegenheit, ihm die Bedeutung von Hygiene zu verdeutlichen und ein Studio auszuwählen, das Nadeln und keine Pistolen verwendet.
Abschluss
Obwohl Ohrlöcher theoretisch schon sehr früh gestochen werden können, zahlt sich Geduld oft aus. Wartet man, bis der Körper stabiler ist und das Kind (oder der Teenager) bereit ist, sich um das Piercing zu kümmern, ist eine gesunde Heilung und ein schönes Schmuckstück, das ein Leben lang hält, gewährleistet.









